Brennweite – Blende – Schärfentiefe – Unschärfe

Zu den Grundlagen der Fotografie (aber auch für Videofilmer gedacht) gehört das Wissen der Zusammenhänge von Brennweite und Blende. Denn beim Fotografieren geht es um das Licht schlechthin.

Hier ein Beispielvideo, das ganz gut zeigt, wie sich die Schärfentiefe bei Veränderung der Blende verhält. 

Am Anfang ist die Blende weit geöffnet auf f2.0, Danach wurde sie durch Drehen des Blendenringes (da manuell betriebenes Objektiv) bis auf Blende f16 verringert, also geschlossen.

Dabei wird wie man sieht, zunehmend der Hintergrund schärfer. Die vorher bei grosser Blende (=kleiner Wert) vorhandene Unschärfe verschwindet. 

Zum Ende des Videos wurde die Blende wieder geöffnet, so das es hinten wieder unscharf wieder.

Der Fokuspunkt wurde hier auf den rechten Baum gesetzt. Die Brennweite des Objektives betrug 55mm.

Die erzeugte Unschärfe und somit also die Schärfentiefe ist je nach Verwendung Objektiv und Brennweite unterschiedlich.

Es gilt hier grundsätzlich, dass man mehr Schärfentiefe erzeugen kann, je kürzer die Brennweite ist. Aber umso geringer ist dann auch die vielleicht gewollte Unschärfe. 

mittlere Brennweite + kleine offene Blende = Hintergrund unscharf

Will man also viel Unschärfe erzeugen, wählt man immer eine kleinen Blendenwert (geöffnete Blende) und ein grosse Brennweite. Beispiel wäre in der Portraitfotografie ein 85mm Objektiv mit Blende f1.4 oder noch 70mm mit f2.8.

Weitwinkel-Objektive, also Brennweite ca. 10 – 28mm, eignen sich also kaum für Fotos mit grosser Unschärfe im Hintergrund. Zudem verzerren sie die Proportionen von Objekten, Köpfe und Gesichter wirken wie aufgeblasen und runder.

Daher sollte man hier immer Brennweiten ab 50mm aufwärts wählen. Je mehr desto besser, insbesondere wenn das Objektiv sehr lichtstark ist. Das bedeutet, man kann durch eine weit zu öffnende Blende wie bei f1.8 viel Licht auf den Kamerasensor gelangen lassen.

Tele-Zoom Objektive ab 300mm sind z.B. gut geeignet dafür, wenn der Abstand von Fotograf zu Objekt sehr gross ist und man bei Auswahl einer offenen Blende das Objekt sozusagen “freistellen” kann, vom Hintergrund wie abgetrennt.

grosse Brennweite + kleine offene Blende = Hintergrund unscharf


Wenn ein Weitwinkel genommen wird, sollte beachtet werden, dass es besser dafür geeignet ist, Objekte im Vordergrund wie auch den Hintergrund aufgrund der höheren Schärfentiefe schärfer darstellen zu lassen. Der Abstand Fotograf zum Objekt ist hier kürzer.

kleine Brennweite + grosse geschlossene Blende = Hintergrund scharf



Ich muss mir als Fotograf oder Videograf vor der Aufnahme überlegen, bei welcher Szene oder Bild muss ich welche Brennweite und welche Blende einsetzen, um die gewollte Bildwirkung zu erzielen. 

 

 

 

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