Foto Wanderung im Harz

Ilsetal im Harz

Ende September war ich mal wieder auf Foto-Wanderung im Harz, wobei das Ziel das Ilsetal bei Ilsenburg war. Hier kann man nicht nur wunderbare Fotos von Wasserfällen machen, sondern auch herrlich wandern. Schon Heinrich Heine begab sich hier vor langer Zeit Richtung Brocken. Aber das nur mal nebenbei, wenn auch der Pfad neben der rauschenden Ilse entlang nach ihm benannt wurde.

Der Grund für diese Wanderung war, dass ich mich mehr mit der Langzeitbelichtung, insbesondere hier aufgrund der örtlichen Gegebenheiten mit kleinen Wasserfällen beschäftigen wollte. Der kleine Flusslauf der Ilse bietet auf den ersten Kilometern vom Parkplatz aus schon fast alle paar Meter die Auswahl zwischen kleinsten bis mittleren Wasserfällen (bis ca. 80cm Höhe).

Festes und wasserdichtes Schuhwerk vorausgesetzt gelangt man auch sehr gut ins Flussbett, um hier das Foto-Stativ und Kamera aufzubauen. Hier aber noch einige Anmerkungen zum Schluss zu, da es trotz Stativ zu extremen Verwacklern kam. 

Warum nun also die Langzeitbelichtung?


Es ist äußerst beliebt, Wasser weich darzustellen bei solchen Fotos. Es kann etwas Magisches bewirken, gerade bei Waldbildern denken einige dann an Feen, Trolle und dergleichen. Bildlook und -Wirkung können hier extrem beeinflusst werden.

Dazu mal ein Beispiel.

kurz belichtet
lange belichtet

Das Original ist mit ISO 800 / 50mm / F4 / 1/200 Sec, das andere mit  ISO 50 / 50mm / f13 / 1,5 sec aufgenommen worden. 
Man sieht also deutlich, daß durch eine längere Verschlusszeit der Wasserlauf sehr weichgezeichnet und verschwommener dargestellt wird.

Fotografiert hab ich wie sonst auch im manuellen Modus, also Blende, ISO, Belichtung und Focus manuell eingestellt. Mit Automatikprogramm wäre es nicht möglich gewesen, solche Aufnahmen zu machen.


Wichtig ist, dass man auf jeden Fall einen Polfilter benutzen sollte, um die Spiegelung der Wasseroberfläche zu minimieren. Auch sonst hilft er, Farben etwas kräftiger darstellen zu lassen und Blätter werden ebenfalls ohne störende Lichtspiegelungen aufgenommen. Durch den Polfilter wird zudem eine längere Belichtung erforderlich um bis zu zwei Blendenstufen, was ja aufgrund der länger notwendigen Belichtungszeit sowieso gewollt war.

Ich hatte OHNE ND-Filter gearbeitet, weil ich sowieso schon durch die Lichtverhältnisse aufgrund des eher dunklen Waldes die Belichtungszeit länger einstellen musste. Ein ND-Filter hätte sicherlich die Dynamik erhöht, aber das konnte ich ja mit Lightroom wieder ausgleichen.  Ich wollte auch nicht, dass das Wasser zu extrem wie pulverisiert aussehen sollte, so dass ich mit Belichtungszeiten zwischen 1 und 4 Sekunden experimentieren konnte. Da ich bei meiner Sony a77 den ISO-Wert auf 50 einstellen konnte, brauchte ich mir auch keine Gedanken zum Rauschen machen und konnte somit auch nur mit Belichtungszeit und Blende experimentieren.

Hier einige (nachbearbeiteten) Fotos von der Wanderung zu den Ilse-Wasserfällen:







P.S.: Nun noch einige Anmerkungen zum Verwackeln. Klar, man kann solche Bilder mit längeren Verschlusszeiten nicht Freihand fotografieren. Also muss ein Stativ zum Einsatz kommen. Dieses sollte stabil sein und eine DSLR- Kamera mit Objektiv vom Gewicht her auch sicher halten können.
Nicht immer stimmen die Herstellerangaben, was das mögliche Gewicht anbetrifft. Ich habe ja ein (ok, ich geb zu, nicht teures) Togopod Stativ. Es ist nicht optimal, reicht aber meistens aus. Man merkt aber schon, dass beim Ausziehen der unteren dünnen Bein-Elemente das Ganze schon etwas unsicher steht und es nicht sonderlich stabil wirkt. Daher ziehe ich die unteren Elemente meist nicht raus. 
Dennoch habe ich bei der Nachbetrachtung meiner Fotos feststellen müssen, daß ein paar doch sehr unscharf sind, und man sogar Doppelungen von Objekten sehen konnte. Woher kommt das nun?

Als einfachen Grund kann man klar die Vibrationen im Boden in Betracht ziehen. Denn das Flussbett ist wegen der Stromschnellen und Wasserfällen alles andere als ruhig. Auch daher hab ich es vermieden, längere Verschlusszeiten als 4 Sekunden zu wählen. 
Wenn das Stativ die Option bietet, an der Mittelsäule unten mittels Haken ein Gewicht anzubringen, z.B. den Rucksack, dann sollte man dies auf jeden Fall tun. Ich konnte es nicht, da mein Rucksack aufgrund seiner Größe dann nicht freihängend wäre, sondern wieder mit dem Boden in Kontakt gekommen wäre.
Es können durchaus auch leichteste Windstösse zu Verwacklern führen, eigene Bewegungen sollten ebenfalls unterlassen werden, damit der Boden um das Stativ herum nicht noch zusätzlich erschüttert wird.

Also für absolute Ruhe sorgen!


Hier noch ein Foto vom Making-of



Im Übrigen, ich fotografiere ausschliesslich im RAW-Format und die Bilder bearbeite ich immer mit Adobe Lightroom nach. 
 

 

 

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