Kreative Anarchie

Den Titelbegriff las ich kürzlich in einem meiner Foto-Bücher und ich fand ihn ziemlich passend für nicht nur meine aktuelle Foto-Situation.

Das Befolgen von Regeln, Foto-Anleitungen und das offensichtlich Erwartende abzuliefern bringt einem meist nur die Anstecknadel im nächsten Wettbewerb im regionalen Foto-Club. Oder auch das Nachahmen von preisgekrönten Bildern und Einreichen in Fotogruppen in Social Media. Viele sind nur auf Anerkennung (Likes) aus und wiegen sich in Sicherheit. Doch es wird sie nicht befreien von den Fragen, die den Kern des kreativen Schaffens ausmachen. 

Oft liest man immer dieselben Fragen von erfolgshungrigen Hobbyfotografen,  “welche Blende hast Du verwendet”, “Wie soll ich den Ausschnitt wählen”, “Wo soll ich am besten fotografieren”, “Auf was soll ich scharfstellen”, “Sach mal Einstellungen Digga”. Es gibt wahrlich bessere Fragen, insbesondere die, in denen nicht so viel “soll”  vorkommt.

Kreative Anarchie bezeichne ich das Stadium, wo man keine strikten Foto-Regeln befolgt, wo man sich mehr bemüht, Antworten selber herauszufinden und den Weg zum Top-Ergebnis für einen selbst findet. Eher den Zustand finden, was etwas in einem selbst auslöst. Ein Foto soll doch letztendlich etwas auslösen. Ein Gefühl erzeugen, eine Geschichte erzählen. Keiner, der ernsthaft Fotografie mindestens als Hobby betreibt, will doch sogenannte “Knipsbilder” erzeugen. Es geht auch weniger darum,  .


Pablo Picasso soll einmal gesagt haben, dass man die Regeln kennen müsse, um sie zu brechen. Das Wort “Regeln” ist hier etwas fehl am Platze, “Prinzipien” wäre treffender gewesen. Sobald man einen Weg der Fotografie für sich selbst gefunden hat, ohne sich zu verstellen, ohne zu versuchen, so wie andere zu fotografieren, erst dann wird man auch bessere Fotos machen können. Es gilt nicht, andere zu kopieren. Jeder für sich muss das in der Fotografie finden, was ihn glücklich macht. Und wenn es sehr abstrakte, vollkommen unscharfe Bilder sind. 

Ich für meinen Teil weiß, welche Art von Bildern mich glücklich machen und konzentriere mich mehr darauf. Ich probiere auch immer verschiedene Abweichungen und versuche  weiterhin, mich selbst in der Fotografie zu finden und meinen Style, Skill und Resultate ständig zu verbessern..

Jeder muss seinen eigenen Weg finden. Und wie es u.a. bei Motorrad-Reisenden heißt:  “Der Weg ist das Ziel”.

 

Ein gutes Buch zum Thema steht in meiner Bibliothek, “die Kunst der Fotografie” von Bruce Barnbaum

 

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